„Erben & vererben“ – kein heißes Eisen

Das Vermögen der deutschen Privathaushalte betrug lt. Statistischen Bundesamt im Jahr 2015 über elf Billionen Euro. Abgeglichen mit der Anzahl der jährlichen Todesfälle ergibt dies ein Erbschaftsvolumen von 200 bis 300 Milliarden Euro – pro Jahr! In 87 % der Fälle befinden sich dabei Geldwerte und Immobilien im Nachlass. Eine besondere Bedeutung kommt in der Vermögensnachfolgeplanung zudem Grundstücken und Immobilien zu. Nach Schätzung existieren in Deutschland ungefähr 27 Millionen Grundstücke. Alles in allem machen Grundstücke und Immobilien damit etwa ein Drittel des Vermögens aller Deutschen aus. Abgeglichen mit den statistischen Sterbetafeln bedeutet dies, dass pro Jahr rund eine Million Grundstücke vererbt werden.

Aus der Dimension dieser Zahlen lässt sich überdeutlich erkennen, dass sich für eine durchdachte Vermögensnachfolgeplanung ein rechtzeitiger und dringender Handlungsbedarf ergibt. Dies lässt sich anhand folgender Zahlen noch zusätzlich untermauern:

  • Nur in etwa jedem zweiten Erbfall liegt ein gültiges Testament vor.
  • In jedem dritten Erbfall müssen Erbschaftsteuern bezahlt werden.
  • Dies waren im Jahr 2015 lt. Bundesfinanzministerium 5,5 Milliarden Euro an Steueraufkommen. In nicht wenigen Fällen hätte dies reduziert, wenn nicht sogar ganz vermieden werden können.
  • In jedem fünften Erbfall gibt es Streitereien unter den Angehörigen. 

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Beim Thema „Generationenmanagement“ denken die meisten sofort an die Reduzierung oder komplette Vermeidung der Schenkungs- bzw. Erbschaftssteuer. Viele haben kein Verständnis dafür, dass bereits wiederholt versteuertes Geld – z.B. über die Einkommens- und Abgeltungssteuer – nun mit dem Vermögensübergang nochmal besteuert werden soll. Das ist ein – zugegeben nicht unwichtiger – Aspekt für eine rechtzeitige Nachlassplanung, jedoch nicht der wichtigste. Der familiäre Friede und auch die Absicherung der Angehörigen haben in vielen Fällen vorrangig Priorität, ebenso dass die einzelnen Vermögensbestandteile auch für die dafür vorgesehen Personen erhalten bleiben. Und bei Unternehmern selbstverständlich der Erhalt und die Fortführung des Unternehmens. Wenn obendrein noch Steuern gespart werden können, ist das wunderbar. Allerdings sollten zuerst die entsprechenden Planungen aufgesetzt und dann überlegt werden, wie die Steuerlast bestmöglich reduziert werden kann.

Problematisch ist, dass die Planung des Vermögensübergangs in vielen Familien immer noch als Tabuthema gilt. Sterben Vater oder Mutter, ist die emotionale Betroffenheit extrem groß. In der Phase zwischen Tod und Beerdigung sind die Angehörigen in der Regel in tiefer Trauer und konzentrieren sich auf die Organisation des Begräbnisses. Nicht selten beginnt jedoch unmittelbar im Anschluss an die Trauerfeierlichkeiten ein wahrer Krieg um den möglichst gerechten Erbanteil bzw. die Filetstücke im Nachlass. Wenn sich nun noch die Partner der Hinterbliebenen einmischen und versuchen, Einfluss auf diese zu nehmen, um ein möglichst großes Stück vom Erbe zu erhalten, ist der Familienfriede nicht selten komplett zerstört. Dabei wäre es relativ einfach, diesem Streit aus dem Weg zu gehen: Der künftige Erblasser plant den Vermögensübergang rechtzeitig, setzt ihn zielgerichtet um und bezieht die Familie in diesen Prozess aktiv mit ein. Natürlich können sich auch hier Einzelne ungerecht behandelt fühlen, doch kann der Erblasser zu Lebzeiten gegenüber allen Beteiligten seine Beweggründe für seine ganz persönlichen Planungen in der Vermögensnachfolge aufzeigen. 

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